Kutane Lymphome

Maligne Lymphome gehören zu einer Gruppe von bösartigen Erkrankungen, die von Immunzellen (Lymphozyten) des Körpers ausgehen. Gesunde Lymphozyten sind für die Abwehr von z.B. Bakterien, Viren, Pilzen zuständig. Entarten die Lymphozyten in der Haut, bilden sich Hautlymphome.

Hautlymphome zählen zu den seltenen Hautkrebsformen. In der Schweiz erkranken jährlich etwa 100 Patienten neu; das entspricht etwa 1 Person auf 100 000 Einwohner.

Weshalb entstehen Lymphome?

Anders als beim Melanom, dem ‚schwarzen’ Hautkrebs, spielt die Sonneneinstrahlung keine Rolle bei der Entstehung dieser Krebsform. Auch Ernährungsgewohnheiten konnten nicht als Ursache ermittelt werden. Der einzige bisher bestätigte Risikofaktor ist eine zu hohe Dosis an radioaktiver Strahlung. Dadurch kann es zu Veränderungen im Erbgut der Lymphozyten kommen, wodurch diese entarten können

Es gibt schnell wachsende (aggressive) und langsam wachsende (indolente) Lymphome. Im Vergleich zu sog. systemischen Lymphomen (siehe unten) sind die Lymphome, welche zuerst an der Haut auftreten (primär kutane Lymphome), häufig mit einer besseren Prognose verbunden. (Anm.: Primäre Haut-Lymphome zählen zu den Organ-Lymphomen, das heißt, sie gehen von Lymphozyten des betroffenen Organs aus, im Gegensatz zu den

systemischen Lymphomen, die sich in den Lymphknoten entwickeln und sich rasch im ganzen Körper ausbreiten können). Das spiegelt sich auch in den Therapieentscheidungen wider, welche Schritt für Schritt geplant werden und häufig mit sehr einfachen und milden Behandlungsmaßnahmen beginnen. Zunehmend halten Therapierichtlinien Einzug in die Arbeit des Arztes, welche in nationalen und internationalen Arbeitsgruppen erarbeitet werden. Im Folgenden werden die häufigsten Formen der T-Zell- und B-Zell-Lymphome der Haut (s. Tab. 1) kurz dargestellt und erläutert. 

WHO-EORTC Klassifikation Haut-Lymphome
(primäre kutane Lymphome)

Kutane T-Zell-Lymphome Kutane B-Zell-Lymphome


Mycosis fungoides (MF) Primär kutanes Marginalzonen

B-Zell-Lymphom (PCMZL)
Sézary Syndrom


Primär kutanes anaplastisches Primär kutanes Keimzentrums-
großzelliges Lymphom Lymphom (PCFCL)


Lymphomatoide Papulose Primär kutanes diffuses großzelliges

B-Zell-Lymphom (Bein Typ) (PCBLT)

Diagnostik

Bei dem Verdacht, an einem Lymphom erkrankt zu sein, sollte eine schnelle Sicherung der Diagnose erfolgen, damit gegebenenfalls früh über eine sinnvolle Therapiestrategie beraten werden kann. Üblich sind Blut-, Ultraschall- sowie Röntgenuntersuchungen. Zur Diagnosesicherung ist die Gewinnung einer Gewebeprobe und die Beurteilung durch einen

Spezialisten (Facharzt für Dermatohistologie oder Pathologie) notwendig. Abhängig von diesen Ergebnissen erfolgen weitere Untersuchungen, die die Ausbreitung der Erkrankung im Körper erfassen sollen. Die Diagnostik und Therapie von Patienten mit Haut-Lymphomen sollte durch Fachärzte für Dermatologie oder Hämatologie und Onkologie erfolgen.


Hilfreiche Links dazu: 

Skin Cancer Nurse 2017

http://www.clfoundation.org